Nunmehr war die "Ratsschenke", im Verhältnis zu den Ratsstuben, zum Keller geworden. So wird die Gaststätte nach 1700 fortan als "Ratskeller" bezeichnet.

365 Jahre bestimmten von hier aus die Ratsherren und die Landes-
obrigkeit das Geschehen des kleinen Harzstädtchens. Der Stadt ver-
blieb weiterhin bis zum Jahr 1935 das Nutzungsrecht für die Amts-
räume.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte ein oft jährlicher Wechsel der Pächter. Eine Witwe, ein Bäckermeister, Oberkellner, Sattlermeister, Schuster lösten sich ab.
Bis 1909 der Sattlermeister Hermann Harms die Konzession für die Be-
treibung des "Ratskellers" erhält und damit eine jetzt fast 100-jährige Tradition begründet.
Er baut die Scheune zum großen Saal aus. Der kleine Saal im Ober-

geschoss vor den Ratsstuben wird zu Fremdenzimmern umgestaltet.

1956 erwirbt Hermann Harms jun. das seit 1817 erwähnte Spritzen-
haus und bricht es mit der Treppe zu den Ratsstuben ab. Die Brüs-
tungstafeln werden restauriert und so der Nachwelt erhalten.

Von 1967 bis 1977 führen Margarete Harms und Tochter Brigitte den "Ratskeller" gemeinsam weiter. Ab 1978 übernahm Tochter Brigitte zusammen mit ihrem späteren Ehemann Jürgen Kalkbrenner die Gaststätte.
Das gesamte Obergeschoss wird zum Wohnbereich umgebaut.

Ab 2007 führt Michel Kalkbrenner mit seiner Lebensgefährtin das Haus in vierter Generation weiter. Nach der Ausbildung zum Koch und verschiedenen Stationen, unter anderem in der Schweiz, zieht es ihn zurück zu den Ursprüngen.
Nachdem der Außen- und Innenbereich neu gestaltet wurde, bietet das historische Haus wieder Kulinarisches für Anspruchsvolle und Genießer.

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